Bella Italia 1


Fliegerträume in Bella Italia

Eine Reise zwischen Dolce Vita, sanfter Herbstthermik und Murauer Bier

Friaul – für uns Flieger hat dieser Name einen geradezu zauberhaften Klang. Bietet doch der Landstrich rund um Udine nahe der slowenischen Grenze nicht nur herrliche Flugmöglichkeiten, sondern auch wahre Freuden für Gaumen und Seele. Und so sind wir im Herbst 2015 wieder einmal für ein paar Tage in unser schönes Nachbarland Italien gereist, um den nicht gerade prachtvollen Wetteraussichten in Österreich zu entfliehen und uns in südlichen Gefilden in die Lüfte zu schwingen.

Erster Stopp Gemona

Landeplatz in Gemona

Landeplatz in Gemona

Unser erstes Ziel ist das kleine Städtchen Gemona am Ausgang des Kanaltales . Kaum am Landeplatz angekommen, machen wir eine unerwartete Entdeckung, die uns zuerst noch verwundert, dann aber geradezu euphorisch werden lässt. Bietet doch die kleine italienische Bar, wo wir auf unser Parataxi warten, fern der Heimat unser heimisches Lieblingsbier von Murauer an. Da fällt das Warten schon viel leichter und ein bisschen Flüssigkeit braucht man an heißen Herbsttagen ja ohnehin. So geht es später voller Elan auf den Berg und nach kurzem Warten auch schon in die Luft. Es geht zwar etwas zäh, aber doch zuverlässig ein schönes Stück über den Startplatz. Zufrieden genießen wir das Spiel mit der Herbstthermik, die uns wie eine schmollende Geliebte immer wieder kurz verlässt, um uns dann erneut zart unter die Flügel zu greifen und vor dem endgültigen Abstieg zu retten. Nach einigen Stunden des Spiels mit den Winden landen wir einer nach dem anderen zufrieden im Tal und tauschen begeistert unsere Erfahrungen dieses Flugtages aus.

 

Startplatz Rifugio Dolada

Startplatz Rifugio Dolada

Nach einer angenehmen Nacht in einem schönen Hotel nahe Pordenone, das nicht nur wegen des exzellenten und sündhaft billigen Hausweines unser Stützpunkt für die nächsten Tage bleibt, geht es zum Rifugio Dolada in den Belluneser Alpen. Normalerweise ist das Gebiet ein Thermikgarant ersten Ranges, aber ausgerechnet heute liegt ein dicke Inversion im Tal, die nur leichte Thermikansätze zulässt. So genießen wir die südliche Sonne am Berg, bevor wir – eine Zeitlang noch am Hang kratzend – hinunter zum Landeplatz fliegen. Aber zum Trübsal blasen gibt es trotz kürzerer Flüge keinen Grund, warten doch neben der wärmenden Abendsonne auch noch Vino rosso und feinste Pizza auf uns.

 

Aviano

Aviano

Am nächsten Tag hat es leider etwas zugezogen. Wir testen das Fluggebiet in Aviano, das wegen des nahen Militärflughafens nur am Wochenende beflogen werden darf. Wider Erwarten finden einige von uns auf halber Hanghöhe doch ein wenig Thermik und können sich lang in der Luft halten. Der Rest von uns fährt noch einmal auf den Berg, um einen hoch oben liegenden, etwas ausgesetzten neuen Startplatz zu testen. Da der Wind inzwischen fast zum Stillstand gekommen ist, wird der Start etwas abenteuerlich. Letztendlich kommen aber doch alle gut in die Luft und genießen einen späten Gleitflug ins Tal, wo auch unsere „Hangkratzer“ schon warten. Für die nächsten Tage ist wieder mehr Sonne angesagt und so können wir für den Rest der Reise wieder auf ordentliche Herbstthermik hoffen.

Startplatz Rifugio Dolada

Startplatz Rifugio Dolada

 

Herbstthermik vom Feinsten

Voller Euphorie stehen wir am nächsten Tag wieder am Rifugio Dolada – und diesmal werden wir nicht enttäuscht. Schon bald streicht sanfter Aufwind den Hang herauf und einer nach dem anderen schwingt sich in die Luft und zieht seine Kreise entlang der Bergkette, die das Tal eingrenzt. Vor Vergnügen jauchzend und über das ganze Gesicht strahlend schweben wir nach einigen Stunden Kurbelei am Landeplatz ein – so muss ein Fliegerurlaub sein.

am letzten Tag nochmals Gemona

am letzten Tag nochmals Gemona

 

Am letzten Tag unserer kleinen Italien-Reise zeigt sich Gemona nochmals von seiner besten Seite und verwöhnt uns mit traumhaften Flugbedingungen. Herrliche Herbstthermik beschert uns beinahe grenzenloses Flugvergnügen. Sogar eine kleine Strecke Richtung Slowenien ist für einige von uns drin. Auch unser Toplandekaiser Bert kommt voll auf seine Rechnung und kann sein Toplandungskonto gehörig aufbessern. Immer wieder landet er oberhalb des Startplatzes ein, um gleich darauf wieder in die dritte Dimension abzuheben.

 

 

 

Spät am Nachmittag beschließen wir dann unsere Reise so, wie wir sie ein paar Tage vorher begonnen haben – mit einem kühlen Glas Murauer Bier (Achtung Schleichwerbung!) in der kleinen Bar am Landeplatz von Gemona. Was bleibt, sind die Erinnerungen an schöne Flugtage mit Freunden und an ein Stück „Dolce Vita“ in unserem Nachbarland.

 

….dazu ein schönes Video von Berthold “Bella Italia”


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Ein Gedanke zu “Bella Italia

  • Berthold Steininger

    Gratulation zum Bericht – da hat Dich anscheinend eine künstlerische Terrmikkblase erfasst und Dich zu literarischen, fast philosophischen Höhenflügen getragen 🙂