Griechischer Wein / Mai 2011


Griechischer Wein, traumhafte Flüge und holde Meerjungfrauen    (Bilder zum Vergrößern anklicken!)

Der Süden Lefkas

Lefkas – ein Paradies (nicht nur) für Gleitschirmurlauber … {zhgooglemap-lightbox:3;Unsere Fluggebiete in Lefkas;1050;850;;1,2,3,4,5,6,7,8,9,10,11,12,13;11;Center;Action}

Wie singt doch Udo Jürgens in einem seiner bekanntesten Lieder: „Griechischer Wein ist wie das Blut der Erde…“  Und da uns auch die griechischen Fluggebiete und das Ionische Meer von Insidern als einfach traumhaft beschrieben worden waren, machten wir – eine Gruppe von Gleitschirmfliegern aus dem Mühlviertel –  uns im Mai 2011 auf in das Land, das schon früh blühende Hochkulturen hervorgebracht hat und das jetzt ums wirtschaftliche Überleben kämpft. Für uns hatte Griechenland hingegen kein Chaos, sondern (fast)  nur positive Überraschungen parat, wie das folgende Reisetagebuch aus Lefkas dokumentiert:

Janni unser Guide Samstag, 7. Mai

Nach einem kurzen Flug von München landen wir gespannt am Flughafen Prevezza. Wir haben diesmal im Gegensatz zu unseren früheren Reisen einen einheimischen Guide engagiert, der uns in die Besonderheiten des Inselfliegens einweisen soll. Jannis ist als Sohn einer Deutschen und eines Griechen in München aufgewachsen und spricht daher praktischerweise perfekten bayrischen Dialekt. Er erwartet uns schon und geleitet uns gleich in das Quartier in Lefkas, zwei traumhafte Bungalows mit Swimmingpool direkt über dem zu dieser Jahreszeit einsamen Milos-Beach im Nordwesten der Insel.

Unser Strand
Herrlich Stefan Und weil auch das kleine Küstenfluggebiet Kathisma gleich ums Eck liegt, kommen wir trotz fortgeschrittener Tageszeit auch noch zu einem wunderbaren Soaringflug im Licht der langsam untergehenden Sonne. Da schmeckt dann auch das griechische Bier der Marke „Mythos“ (sprich Missos) gleich noch viel besser. Unser Privatstrand im Abendlicht
Süßes Nichtstun ...

Sonntag, 8. Mai

Unser erster voller Tag auf Lefkas beschert uns gleich die nächsten fliegerischen Leckerbissen. Während es sich unsere Nichtfliegerin Petra so wie fast jeden Tag der folgenden Woche am Swimmingpool gemütlich macht und dem süßen Nichtstun frönt, zeigt uns Jannis zunächst den Startplatz beim Dorf Exanthia in rund 600 Meter Höhe.

Jannis am Startplatz Exanthia
Start von Exanthia, Flug nach Milos Milos Nach kurzem Spiel in der etwas zähen Thermik fliegen wir zu unserem „Hausstrand“ Milos, wo wir lange über unseren Bungalows kreisen, bevor wir direkt neben dem  kitschig hellblauen Wasser am Strand landen. Dieses Spiel fasziniert uns alle so sehr, dass wir das Ganze am frühen Nachmittag gleich nochmals wiederholen. Zufrieden wollen wir den Tag auf unserer Sonnenterasse schon bei Bier und dem eigens aus Österreich mitgebrachten Speck beschließen, aber unser Guide Jannis hat noch eine Überraschung parat. Gemütliche Runde
Herrlicher Startplatz Obwohl es schon ziemlich spät ist, bringt er uns noch auf den Startplatz Vonitsa am nahen Festland. Dort ist der Wind tagsüber zwar meist zu stark, aber jetzt am Abend empfängt uns der große Wiesenstartplatz  mit herrlichem Aufwind. Bald sind wir in der Luft und genießen den butterweichen Aufwind, der uns sanft über den Gipfel der kleinen Bergkette trägt. Der Ausblick auf das Meer mit seinen vielen Buchten und die umliegenden Gipfel, die golden im Abendlicht glänzen, ist traumhaft. Erst die einbrechende Dunkelheit reißt uns aus unseren Träumen und zwingt uns zurück auf die Erde. Inzwischen sind auch Hunger und Durst gewaltig und so führt uns Jannis noch in ein kleines Lokal in Lefkas-Stadt, wo wir uns noch lange an heimischen Spezialitäten und Weinen laben. Der Sonne hinterher
Klippenstart Montag, 9.Mai

Da die Fluggebiete an der Westküste am Vormittag noch nicht soviel hergeben, zeigt uns Jannis heute einen neuen, erst einmal beflogenen Startplatz an der Ostküste. Über eine Schotterstraße geht es in ein Naturschutzgebiet mit alten Eichen und halbwilden Schweinen. Der Startplatz Skaroi  rund 630 Meter über dem Städtchen Nidri  ist zwar relativ groß, mündet aber in einer Klippe. Stefan verzichtet daher auf einen Start und fährt mit Jannis und dessen Freund Stefano, der uns als Autorückholer und Fotograf begleitet, wieder mit dem Auto ins Tal.

Fred dynamisch
Gerhard auch dynamisch Wir anderen aber kommen gut in die Luft und genießen den herrlichen Blick auf das gegenüber liegende Festland und die zahlreichen Inseln vor Nidri, die ein Paradies für Segler sind. Die Landung auf dem staubigen Parkplatz am Hafen ist zwar etwas gewöhnungsbedürftig, insbesonders wenn man aufgrund der vorherrschenden Windrichtung quer zum Platz landen muss, aber unsere Freude über den nächsten gelungenen Flug kennt keine Grenzen. Und der Hans AUCH dynamisch :-)
Was ist mit den Ohren? Kathisma Strand Mit einem kurzen Soaring am Nachmittag in Kathisma klingt auch dieser Tag harmonisch aus. So kann auch der nicht so tolle Wetterbericht für die nächsten beiden Tage unsere gute Laune kaum dämpfen. Kathisma Strand
Die südliche Spitze Dienstag, 10.Mai

Leider hat der griechische Wetterbericht recht behalten. Pünktlich hat eine Front etwas mehr Bewölkung und starken Nordost-Wind nach Lefkas gebracht. An Fliegen ist bei diesen Bedingungen nicht zu denken. So nützen wir den Tag zu einer Inselumrundung und lassen uns von Jannis die Highlights der Insel  – wie den Leuchturm im Süden oder das Surferdorf Bassiliki – zeigen. Dolce far niente, also das süße Nichtstun ohne Flugstress ist ja manchmal auch nicht schlecht.

Welches Land ? Natürlich in Lichtschutzflaschen - und Lichtschutzgläsern, daher die Farbe.
Blick vom Agios Iliasis Mittwoch, 11 Mai

Noch immer weht der Wind aus Nord-Ost. Wir fahren daher zu einem passenden Start in den Bergen. Der Startplatz bei einer kleinen Kirche sieht nicht gerade einladend aus, muss doch von einem flachen Straßenstück direkt über scharfe Steine und dichte Büsche gestartet werden. Außerdem ist über dem Festland schon eine kleine Front zu sehen, die für den Nachmittag angekündigt ist.

Testpilot Bertl Testpilot Fred
Fred Prächtige Farben auf dem Weg nach Karya So wagen nur Bert und Fred einen Flug, während wir anderen die Sicherheit einer Taverne den ungewissen Verhältnissen in der Luft vorziehen. Als die Front mit auffrischendem Wind durchzieht, sind die beiden Testpiloten aber auch schon gelandet und  sitzen zufrieden beim Landebier.  Als sich die Verhältnisse beruhigen, kommen auch wir anderen am Abend noch zu einem ruhigen Gleitflug vom Startplatz Kalamitsi an der Westküste. Mit einer Platte sind wir nicht ausgekommen, war lecker !
Donnerstag, 12. Mai

Dieser Tag bringt uns einen der schönsten Flüge der Woche. Jannis und Stefano kutschieren uns auf einen herrlichen Startplatz auf rund 1000 Meter über Nidri. Die Aussicht ist atemberaubend und es sind Starts in fast alle Windrichtungen möglich. Als die Ablösungen gegen Mittag heftiger werden, schwingen wir uns einer nach dem anderen in die Lüfte. Stefan und Christian landen später in Nidri, wir anderen aber wagen ein besonderes Gustostück, die Querung der Insel von der Ost- zur Westküste.

Traumstartplatz mit Traumausblick / Panorama
Startvorbereitungen Bertl in kurzen Hosen Es wird ein unvergleichlicher Flug weit über die höchsten Erhebungen der Insel hinaus. Ganz nebenbei stellen wir auch noch einen neuen Höhenrekord  auf Lefkas auf , wie uns Jannis später bestätigt. Fred und Gerhard erreichen 2.200 Meter, Hans 2.000 Meter. Nur Bert, der wie immer in kurzer Hose unterwegs ist, begnügt sich wegen erster Frostschäden an den Knien mit 1.800 Metern. Anflug auf Nidri
So sehen glückliche Männer aus ... besonders Fred nach seiner Erscheinung am Strand :-) Angesichts dieser Eckdaten ist es kein Wunder, dass unter uns Piloten nach der Landung am Hausstrand  Milos eine geradezu euphorische Stimmung herrscht. Besonders beflügelt zeigt sich dabei Fred, entsteigt doch just bei seiner Landung auch noch eine holde Meerjungfrau den Fluten des Meeres. Zugegeben, sie ist nicht mehr die Jüngste und ihre Figur ähnelt eher der Venus von Willendorf als einer griechischen Liebesgöttin, aber das mit dem Meer stimmt zumindest. Fred zieht es aber dann doch vor, die Jungfräulichkeit nicht näher zu testen und trinkt lieber ein gemütliches Bier auf unserer Terrasse.  Mit einem schönen Soaringflug vom Startplatz Kalamitsi lassen wir später einen unvergesslichen Tag  ausklingen. WOW so eine schöne Meerjungfrau (durch Freds rosa Brille aufgenommen)  
Stefan genießt die Aussicht Freitag, 13. Mai

An unserem letzten Flugtag geht es nochmals auf den Startplatz vom Tag vorher. Dessen Name auf Deutsch bedeutet übrigens Gaisberg. So ist es kein Wunder, dass wir uns fast schon wie daheim fühlen und wieder problemlos aufdrehen. Während Fred die Inselquerung des Vortages wiederholt, spielen wir anderen mehr oder weniger lang unter und neben den bilderbuchmäßigen Cumulus-Wolken, die sich über den Bergen gebildet haben und landen dann in Nidri. Später am Nachmittag folgt noch ein letzter herrlicher Soaringflug am Kathisma Beach.

letztes Abendsoaring in Kathisma
Acrobert am Beginn seiner Vorführung Eigentlich wäre es nun an der Zeit, positive Bilanz zu ziehen und  der Insel Lefkas Lebewohl zu sagen, aber Bert hat noch etwas Nervenkitzel für uns parat. Er startet nach einigen Bieren noch zu einem spektakulären Fotoflug für den Kellner der Strandtaverne. Bei einer wagemutigen Steilspirale direkt über dem Meer verschätzt sich unser Akropilot allerdings gewaltig in der Höhe und bombt in voller Umdrehung rund 30 Meter vom Ufer entfernt in das Ionische Meer ein. Gottseidank ist unser Guide Jannis aber rasch zur Stelle und kann Akro-Bert relativ unversehrt aus den Wellen bergen. Allerdings müssen wir nun noch Schirm und Ausrüstung mit Süßwasser spülen und trocknen, bevor er verpackt werden kann. Einige Liter Wein in einer netten Taverne später sind wir aber schon wieder bester Stimmung und sehen alle ein wenig wehmütig dem Urlaubsende entgegen. Akroberts PLATSCH
Letzter Blick auf Milos Beach Samstag, 14. Mai

Die Heimreise rückt immer näher und wir ziehen bei einem letzten Mittagsessen in Lefkas-Stadt Bilanz über unseren Urlaub: das Wetter zeigte sich zwar nicht allzu warm und nicht ganz beständig, die Flugausbeute aber war geradezu sensationell. Dazu hat nicht zuletzt unser Guide Jannis beigetragen, der uns immer zu den passenden Startplätzen geführt hat und uns nebenbei auch die schönsten Plätze und Tavernen auf Lefkas gezeigt hat.  So steigen wir in unser Flugzeug nach Hause mit der Gewissheit, dass wir wohl nicht das letzte Mal auf diesem herrlichen Flecken Erde waren.  Lefkas – wir kommen wieder!!!!!

Marina in Lefkada

 

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